Erzählungen, Schriften, Satiren
von
ISBN: 978-3-759811-37-0
532 Seiten, Verkaufspreis: 19,99 €
Wer war Oskar Panizza?
Oskar Panizza war Schriftsteller, Satiriker, Verleger, Nervenarzt.
Nach einer von Leistungsverweigerung geprägten Schulzeit wurde Panizza Assistenzarzt in der Psychiatrie.
Ein Bekannter beschrieb ihn als einen erzgescheiten Menschen mit dem scharfen Blick geistiger Überlegenheit, großer Welterfahrung und vitalem Gehirn.
„Dieser genialische Kopf besaß nicht nur den durchdringenden Blick des Psychiaters und die unerbittliche Logik des Philosophen, er war auch ganz besonders begabt mit einer ungeheuren Phantasie.
Sein Gehirn war ein Land unbegrenzter Möglichkeiten. Seinen unwiderstehlichen Hang zum Zynischen milderte rührende Aufrichtigkeit und gaminhafter Humor."
Panizza wandte sich immer mehr der Literatur zu und veröffentlichte eine Reihe zunehmend provokanter Schriften.
Darin attackiert er den wilhelminischen Obrigkeitsstaat, die katholische Kirche, sexuelle Tabus und bürgerliche Moralvorstellungen.
Deswegen wurde steckbrieflich wegen Majestätsbeleidigung nach ihm gefahndet und sein gesamtes in Deutschland verbliebenes Vermögen beschlagnahmt.
Kaum ein anderer Autor des wilhelminischen Deutschland war so sehr von der Zensur betroffen, keiner wurde für seine literarischen Werke ähnlich hart von der Justiz verfolgt.
Panizza war von Beschlagnahmungen, Haft, Flucht und Mittellosigkeit so mitgenommen,
dass er immer mehr unter Halluzinationen und Verfolgungswahn litt.
Die letzten Jahre seines Lebens musste er entmündigt in Heilanstalten verbringen.
Panizza ist ein heute wiederentdeckter Außenseiter der deutschen Literatur.
In den 1960er-Jahren gab es eine Wiederentdeckung und in 1980er-Jahren eine Panizza-Renaissance mit Verfilmungen und Aufführungen des „Liebeskonzil". Wie in seiner Zeit gab es ebenfalls Verbote, denn in Österreich wurde der Film verboten.
Kurt Tucholsky schrieb über ihn: „Diesen Mann kennen
heute nur noch ganz wenige, und auch seine Bücher sind größtenteils
vergriffen und er selbst lebt in Franken in einem Irrenhaus.
Dahin brachte man im Jahre 1904 den Dr. Oskar Panizza, der wohl,
als er noch bei Verstande war, der frechste und kühnste,
der geistvollste und revolutionärste Prophet seines Landes gewesen."
Worum geht es in dem Buch?
Das Buch enthält zuerst eine Selbstbiographie damit der Leser sein Leben aus eigener Feder kennenlernen und dadurch seine Schriften besser einordnen kann.
Es folgen die Erzählungen Das Wachsfigurenkabinet, Der Stationsberg, Die Menschenfabrik und Eine Mondgeschichte.
Das Verbrechen in Tavistock-Square ist ein ironischer Protest gegen die prüde Sexualmoral der damaligen Zeit.
Aus dem Tagebuch eines Hundes wirft durch einen philosophischen Dackel einen spöttischen und kritischen Blick auf die Menschen.
Im zweiten Teil findet sich die psychologische Abhandlung über Genie und Wahnsinn.
Psichopatia criminalis ist eine Anleitung um Geisteskrankheiten psychiatrisch festzustellen.
Sie stellt im Stile einer wissenschaftlichen Abhandlung eine Satire auf die gesellschaftlichen Zustände dar.
Christus in psycho-pathologischer Beleuchtung untersucht die psychische Gesundheit von Jesus Christus.
Panizzas Schriften zeichnen sich durch beißende Satire und Religionskritik aus.
